Anästhesiologie

Posted by Someone on March 10, 2010  •  Comments (64)  • 


Untersuchung


Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) zum Führerschein ist in der Bevölkerung besser bekannt unter dem wenig schmeichelvollen Titel "Idiotentest".Über 100.000 Autofahrer in Deutschland werden jährlich zu einer solchen Untersuchung geladen. In den meisten Fällen handelt es sich um entlastungsdiagnostische Maßnahmen, die bestehende Fahreignungszweifel ausräumen sollen. Häufige Anlässe sind beispielsweise Delikte wie die "Verkehrszuwiderhandlung unter Alkoholeinfluss". Das entstehende Gutachten gibt dem Leser Auskunft über das zukünftig zu erwartende Fahrverhalten des Untersuchten.

Das diagnostische Interview soll in seinem Verlauf dazu dienen entlastende Faktoren zu finden, die für den Untersuchten sprechen. Es ist deshalb nicht ratsam im Gesprächsverlauf "wenig zu reden, um nichts Falsches zu sagen".
Zur Vorbereitung auf den Test suchen viele Betroffene im Vorfeld einer MPU nach fachkundiger Unterstützung. Der Titel "Verkehrsberater" ist in Deutschland nicht geschützt. Oft verbergen sich dahinter wenig hilfreiche oder betrügerische Anbieter. Im Vorfeld sollte man vor der Auftragserteilung in jedem Fall die Bezahlung und Art des Unterrichts abklären.Von einschlägigen Angeboten mit 0900er-Nummern sollte man in jedem Fall die Finger lassen. Seriöse MPU-Berater sind im Normalfall Diplom-Psychologen mit einer Zusatzqualifikation zum Fachpsychologen für Verkehrspsychologie. Eine Übersicht über niedergelassene MPU-Berater findet sich auf der Homepage des Bundesverbandes Deutscher Psychologen und Psychologinnen. Im Moment gibt es bundesweit etwa 400 Psychologen mit ausreichender Qualifikation.

Etwa 40% der Verkehrssünder bekommen ein positives Gutachten, dürfen danach also wieder aktiv als Fahrer am Verkehr teilnehmen. Schauspielerische Glanzleistungen sind beim Gutachten aber nicht gefragt und können das Gutachten sogar deutlich negativ beeinflussen. Zur Vorbereitung kann lediglich eine tatsächliche Verhaltensänderung angeraten werden. Etwa eine durch Einzelinterventionen gestützte Drogenfreiheit. Die Leberwerte, wie GGT, GOT und GPT, werden während der MPU durch einen Arzt mittels Laboruntersuchung überprüft. In seltenen Fällen werden auch Fragebogentests oder Speedtest mit den Untersuchten durch die Verkehrspsychologen bei der MPU Vorbereitung durchgeführt. Möglich sind Konzentrationstests bei Senioren oder Intelligenztests bei möglicherweise geistig-retardierten Personen. Diese Tests sind in ihrer Konstruktion so ausgelegt, dass man sich nicht auf sie vorbereiten kann. Berater, die eine solche Vorbereitung anbieten sind extrem fragwürdig.

Falls ein Gutachten negativ, wie in 60% aller Fälle ausfällt, ist nicht "alles verloren". Oft wird eine Interventionsmaßnahme, z.B. ein Kurs für verkehrsauffällige Fahrer durchzuführen, gefordert und danach die Fahrerlaubnis erteilt. Ein generelles negatives Gutachten bei wahrheitsgemäßer Beantwortung der Fragen des Psychologen und Änderungsabsicht von gefährlichem Verhalten sind aber selten.